Die Farbe Blau können wir Menschen erst seit kurzer Zeit erkennen.
Davor haben wir sie als grün oder grau wahrgenommen. Obwohl der Himmel stets blau war und auch das Meer und manche Blumen. Punktuell begannen Menschen ca. 2500-2000 V. Chr. ein Konzept für Blau zu entwickeln. Manche Kulturen jedoch erst in der Neuzeit ca. 1500 n. Chr.
Die Forschung sagt: die Physiologie des Auges war damals die Selbe wie heute.
Weshalb konnten wir also Blau nicht erkennen?
Weil wir kein Konzept für Blau hatten. Hä?
Wir Menschen können nur erkennen, wofür wir ein Konzept entwickelt / erlernt haben.
Das was wir Menschen als Sehen wahrnehmen ist kein Blick durch eine Kamera. Es ist ein Blick auf eine leere Bühne in der einzelne Objekte (für die wir ein Konzept entwickelt haben) eingeblendet werden. Die Wiesen, Häuser, Tiere, Menschen usw. sind Einblendungen, ein Versuch, ein Abbild der Umgebung zu erstellen. Es ist kein direktes Bild der Umgebung. Weil wir es nicht anders kennen, meinen wir, es wäre ein Blick durch die Kamera (Augen). Deshalb können wir Dinge „sehen“ die nicht da sind (wie zum Beispiel bei einer Halluzination ) oder wir übersehen Dinge, die da sind, weil wir auf etwas anderes fokussiert sind. Das „Übersehene“ spielt für das beobachtete keine Rolle und wird uns von unserem Unterbewusstsein erst gar nicht auf der Bühne eingeblendet. Beispiel: Gorilla-Experiment. Bei dem bei einem Fußballspiel ein Gorilla über das Spielfeld läuft. Oder im Falle von kognitiver Dissonanz bei der man etwas nicht sieht, weil es nicht in das eigene Weltbild passt. Es wird dann gar nicht oder verfälscht (wie man es sehen möchte) eingeblendet.
Klassisches Beispiel ist auch affektives Lesen. Bei dem Menschen etwas in einem Text lesen, was da gar nicht steht, weil ein starker Affekt beeinflusst was wir am Text wahrnehmen und was nicht.
Und warum so und nicht direkt vom Auge ins Gehirn?
Die Auflösung unserer menschlichen Retina entspricht ca. 576 Megapixel (gesamte Retina), bei einer Farbtiefe von 24 Bit (8 Bit RGB) und einer Bildwiederholrate von 60 Hz entspricht das einer Datenrate von ≈ 576 MP × 24 Bit × 60 FPS ≈ 829 GB/s. Manche Gamer würden hier sogar intervenieren, denn 60Hz an einem Monitor ist denen zu langsam für schnelle Reaktionen. Also mag die Bildwiederholrate (Framerate) eventuell höher sein.
Unser Gehirn arbeitet mit ca. 20 Watt konstant im Ruhezustand. Das entspricht ca. 450-500 kcal/Tag. Es kann auf Veränderungen reagieren und mehr Glukose bereitstellen. Aber begrenzt. Würde man also diese Datenmenge im Gehirn verarbeiten wollen, damit wir das, was die Augen sehen auch wahrnehmen kann, dann wäre binnen Minuten wahrscheinlich aber eher Sekunden alle Glukosereserven des Gehirns aufgebraucht, was dann zu Halluzinationen und/oder epileptischen Anfällen führen würde.
Das ist natürlich irrsinnig – und zeigt, warum das Gehirn energieeffizient arbeiten MUSS! Folglich arbeitet es mit Bühne und Einblendungen (Konzepten).
Und nebenbei erklärt es, warum Männern häufig nicht auffällt, dass ihre Freundinnen oder Ehefrauen beim Frisör waren. Weil ein gespeichertes Bild (Konzept) eingeblendet wird anstatt den Overload von der Netzhaut direkt zu laden. Und man hat hier sehr wenig Einfluss auf die Arbeitsweise des Gehirns. Wenig insofern, weil man mit etwas Training in Richtung bewusstem Wahrnehmen, bedingt Einfluss nehmen kann, dass wir die aktuellen Nachrichten (Veränderungen) aus unserer Umgebung empfangen anstatt anstatt der Nachrichten vom Vortag.
Und das alles ist Wissenschaftlich sehr gut belegt.